Als Marburg plötzlich brannte

oder: “Aus großer Kraft folgt große Verantwortung”

Brennender-Muelleimer-Marburg

Am Wochenende wurde mir noch stärker bewusst, was es bedeutet sich seiner Macht bzw. Kraft bewusst zu werden – nämlich indem man handelt, wenn es notwendig ist und somit Verantwortung übernimmt. Aber lasst mich erzählen:

Ich wohne ja im schönen Marburg und es ist so wie jetzt im Frühling die Zeit mit seinen Freunden an die Lahn zu ziehen und zu grillen. Ich war dabei. Wir feierten mit Freunden, dass James Geburtstag hatte und hatten schon fertig gegrillt. Alle waren satt und glücklich. Bei entspannter Gitarrenmusik feierten wir die Momente des Lebens ganz gemütlich.

Gleich neben uns war eine Gruppe Schüler des vorletzten Jahrgangs eines Gympnasiums aus Marburg, die den Abschied eines Freundes feierten, der auf eine Waldorfschule wechseln würde. Der “Grillmeister” von ihnen kam zu uns rüber und fragte, wie das denn gehen würde mit dem Grillen. Kohle hätte er ja und einen Schwenkgrill hatten sie auch.

Nachdem wir ihnen den Grillanzünder spendiert hatten und wir so noch redeten, stieg aus der Ferne Rauch auf. Wobei Ferne eigentlich ganz nah war, knapp 100 Meter.
Der Rauch entwickelte sich schnell zu einem Feuer und schon loderten die Flamen rechts und links des Mülleimers dem Himmel entgegen.

Ich sprintete hin und filmte ein paar Sekunden lang, während mir die Worte “Marburg brennt” über die Lippen kamen und in meinem Kopf Lösungsvorschläge zum Löschen des Feuers über mich einstürmten. Die Gruppe gleich 20 Meter nebenan, auch so fast 20 Leute standen in sicherer Entfernung, hatten ihre Smartphones gezückt und filmten das Ganze während einer die Feuerwehr alamierte. “Jaja, der Mülleimer is freistehend.”

Als mir bewusst wurde, dass keiner von den ca. 41 anderen Leuten (wie spätere Nachzählungen ergaben) die in der Nähe waren reagierten und Menschen mit einer Mischung von paralysiertem Erstaunen und Gleichgültigkeit reagierten, erwachte in mir mein Verantwortungsbewusstsein.

Als Allererstes schüttete ich eine noch volle 500ml Flasche – die übrigens direkt neben dem Mülleimer stand- über die Flammen, während von hinten Gelächter kam, wohl weil mir keiner glaubte, dass ich damit das Feuer löschen würde. Aber nachdem sich eine erste Wirkung zeigte war ich sehr motiviert und schüttete eine Mülltüte aus, füllte diese mit Lahnwasser und war zurück unterwegs zum Mülleimer. Immer hin und her. Hin und her. Mittlerweile kamen zwei Freundinnen mit einem leeren Kasten und füllten die Flaschen auf. Frauenpower.

Das Feuer war schon nicht mehr so bredrohlich, aber es brannte immer noch. Unsere Aktion wurde interessiert von den Feuerwehranrufern beobachtet und der Kommentar “Die Feuerwehr kommt doch gleich, die ist unterwegs.” motivierte mich natürlich zusätzlich :-)

Der Mülleimer brannte immer noch. Einige hartnäckige Flammen hatten sich unterhalb des nach innen stehenden Überhangs eingenistet und fackelten weiter fröhlich vor sich hin. Zwischen Plastikrauch einatmen und Wasserholen brachte schlussendlich die letzte Flasche – gezielt im Mülleimer den Brandherd lokalisiert – das gewünschte Ergebnis.

Das Feuer war aus.
Die Stadt war gerettet.
Teure Steuergelder wurden gespart, denn der Löschzug konnte nach einem Anruf der Beobachtergruppe zu hause bleiben. “Ja, das Feuer wurde gelöscht von anderen Leuten. Ja, sie brauchen nicht mehr kommen.”

Manchmal ist es so einfach ein Held zu sein. Und Handlungsspielraum gibt es genug auf diesem Planeten.

Die ganze Aktion wäre eigentlich ziemlich unspektakulär gewesen, denn so einen Mülleimer zu löschen, das kann man ja auch mal so nebenbei machen.

Einige Überlegungen allerdings machten das Erlebnis für mich zu etwas Besonderem:

  1. Es brannte.
  2. Jemand musste die Stadt retten. (Steuergelder, kleine Gefahr für die Leute außenrum, Umwelt)
  3. Ich war da.
  4. Es war erstaunlich wie stark der soziale Druck auch auf mich wirkte. Weil keiner was tat wäre es auch für mich sehr einfach gewesen nichts zu tun.
  5. Diese Aktion war für mich ein gutes Beispiel um klarzumachen, dass man manchmal einfach statt Verantwortung von sich zu weisen “Passiert ja nix. Geht irgendwann aus.” “Jemand Anderes kümmert sich drum.” “Die Feuerwehr ist ja eh gleich da.” Verantwortung übernimmt, weil man es kann.
  6. Jeder hätte es tun können. Aber ich und meine Freunde waren bereit die Verantwortung für die Stadt und die Menschen wahrzunehmen.
  7. Man muss keine Feuerwehr sein um einen Mülleimer zu löschen, sondern man muss es einfach tun.
  8. Heldenerfolge sollte man immer feiern und andere dazu motivieren Ähnliches tun zu können.

Also merke dir: Wenn du deine Stadt retten kannst, dann tue es.

“Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.” – Spiderman

ps: Vielleicht hat mir auch mein Traum geholfen, den ich vor einiger Zeit hatte, als Feuer aus einem Keller aufstieg und es sehr stark brannte. Ich schnappte mir im Traum zielstrebig einen Feuerlöscher, ging auf jemanden zu sagte: “Du da, ruf die Feuerwehr an.” und kämpfe mich im dichten Rauch nach unten. Am Ende entpuppte sich das lodernde Feuer nur als qualmender Grill. (Wie das im Traum halt manchmal so ist.) Wenn ich jetzt so drüber nachdenke hat der Traum irgendwie sehr in die Realität hineingewirkt, denn schon beim Aufwachen dachte ich “Krass, wie ich da reagiert habe.”

pps: Wann warst du zur rechten Zeit am richtigen Ort und konntest etwas bewirken?

ppps: Hier das Video bei dem mir klar wurde, dass irgendwer was tun sollte.

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Von Superkräften, dem Leben und dem ganzen Rest.

Vögel über dem Feld

Wenn eines Tages mein Biograf diese Zeit meines Lebens beschreiben wird, können wir uns vorstellen, dass das in etwa so aussieht:

“Es war in jenen Tagen, dass Monkey wusste, dass seine Zeit gekommen war.  Die Zeit war gekommen in der er seine Superkräfte für die Menschheit einsetzen würde. Das hatte er auch bisher schon getan, aber jetzt war ein neues Zeitalter angebrochen. Er wusste, dass er spezielle Fähigkeiten hatten, die er selbst oft gerne Superkräfte nannte, weil das einsetzen jener Kräfte keine Energie kostete, sondern neue Energie hervorbrachte. Er entdeckte, dass beim richtigen Gebrauch der Superkräfte Unglaubliches möglich war.

Er war sich sicher, dass es einige Menschen gab, die eine Art  Superkraft in sich trugen. Ganz unterschiedliche Menschen. Manche dieser Menschen hatten die Fähigkeit durch eine positive motivierende Haltung Andere zu ermutigen und so deren Kräfte zu mobilisieren. Monkey erkannte, dass es – um seine vollen Kräfte zu entfalten – notwendig wäre sich mit jenen Menschen zu verbünden. ..

Er wollte sie finden, diese Menschen mit den Superkräften. Menschen, die Unglaubliches vollbrachten. Menschen, die ihr Leben in den Dienste der Menschheit stellten, Menschen die Kunst erschufen, Musik und Gesang, Bilder, Fotografien und Zeichnungen, Intelligente Computerprogramme, unglaubliche Videoanimationen, Menschen die ihrer Kreativität freien Lauf ließen um ihre Visionen der Realität in die Tat umzusetzen. Menschen die im Netz aktiv waren und solche, die es mieden. Menschen, die glaubten, dass sie Superkräfte hätten.

Er wusste, dass er diese Menschen finden musste, ja finden würde. Also schrieb er einen Artikel auf seinem Blog um der Welt mitzuteilen: Menschen mit  Superkräften, lasst uns verbünden.

Und sie kamen diese Menschen… sie fanden seine Texte und Fotos und Videos und manche von ihnen lasen diesen Eintrag Artikel ‘Von Superkräften, dem Leben und den ganzen Rest’, der aus der Gegenwart so unglaublich klang, ja fast Größenwahnsinnig. Aber jene Leser verstanden und werden verstehen, was es heißt etwas Besonderes zu sein, weil sie selber Menschen mit Superkräften sind.”

Das würde er schreiben, mein Biograf.


Zum Bild: Auch die Kraniche habe Superkräfte. Sie fliegen tausende Kilometer vom Süden in den Norden. 
Aufgenommen mit einem altersschwachen iPhone 4.
Fliegende Kraniche & Sonnenuntergang auf einem Feld bei Frankenberg

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Tipps & Tricks: Die schnellste Methode Knoblauch zu zerkleinern.

Monkey und Freunde wollen kochen.

Chris erzählt, was er übers Kochen bei seinem Aufenthalt in Asiatischen Ländern gelernt hat und bringt uns bei, dass es eine speziellen Methode gibt: Die Knoblauchzehe mit der flachen Seite des Messers mit großer Kraft zu zermatschen und dann den Rest klein zu schnippeln.

Im Video zu sehen ist lediglich der Teil bei dem Monkey seine Künste probiert. Dass die Kamera dabei auch einen Knoblauchspritzer abbekommt war nicht geplant.

Wir merken, dass die neue Methode sehr explosiv sein kann, aber richtig angewendet die Geschwindigkeit des Schnippelns stark erhöht.

Wie schneidest du Knoblauch? Kennst du auch besondere Tricks?

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Snowtime

2014-01-26 22.45.44 Kopie

Schnee. Wir warteten sehr lange auf den Schnee und plötzlich ist er da. Die weißen Flocken tanzen um mich herum. Mit durchgefrorenen Fingern und durchnässt radel ich den Berg hoch, ich steige ab, mir ist warm. Ich spüre die sanften Flocken auf mich niederfallen. Eben war es noch Regen, jetzt ist es Schnee.

Ich genieße es. Nichts bleibt liegen. Es ist nicht glatt. Ich komme an.

Die heiße Dusche wartet auf mich. Wärme umfließt mich, macht mich wiederholt an diesem Tag glücklich.

Wasser ist so vielfältig – denke ich mir, während ich mir ein Glas von der Leitung zapfe.


Dieser Beitrag erschien zuerst in der Montagsmail.

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Sein Schatten ruht über der Stadt

Sein Schatten ruht über der Stadt

Sein Schatten ruht über der Stadt.
Sie liegt ihm zu Füßen.
Er ist kein Fürst oder König mit Macht.
Er steht einfach dort und genießt die Aussicht.
Er ist wie wir.
Einer von uns.
Manche dachten er sei wie Spiderman,
der ihn sicher gerne als Bruder hätte.

Sein Schatten ruht über der Stadt,
festgehalten in einer Fotografie,
doch es hat ihn längst weiter getrieben.
Er reiste um den halben Erdball um ihn weiter zu umkreisen,
Er schwamm mit Haien und ritt auf Straußen,
Kitete mit den Weltmeistern am Kap der guten Hoffnung
und lernte unglaubliche Menschen kennen.

Doch das war erst der Anfang.
Er ist noch immer unterwegs
und erlebt Abenteuer in fernen Ländern.
Er ist einer der wichtigsten Menschen in diesem Universum,
denn er ist mein Bruder.

Dein Schatten ruhe über vielen Städten und Ländern.
Bereise den Planeten unserer Geburt, mein bester Freund
und komme zurück mit Taschen voll Gold.


Ursprünglich in der Montagsmail vom 06. Januar 2014 veröffentlicht und aufgrund des positiven Feedbacks hier erneut veröffentlicht.

Foto: Aussicht vom Neroberg in Wiesbaden über die Stadt,  Andreas Rilinger 2013
Im Bild: Matthias Rilinger

 

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Neues Entsteht.

Das neue Jahr startet bald,
und ich weiß es wartet kalt
uns um Mitternacht zu begrüßen,
die Zeit liegt uns zu Füßen
in solchen Momenten der Revolution,
dabei kennen wir es doch schon:
Das Alte stirbt und Neues entsteht.
Und das passiert weil Zeit vergeht.

Die Zukunft wartet auf uns.
Wir schreiten ihr entgegen.
Bewegen uns durch Raum und Zeit.
Und die Zeit treibt uns immerzu vorwärts,
unaufhaltsam.

Gedanken an längst Vergangenes
und Pläne für die Zukunft
durchwanden unseren Geist
und doch leben wir nur in der Gegenwart.
Alles Andere gleicht einer Illusion.
Wir erleben es nicht! Nicht jetzt.
Nur was wir jetzt erleben, erleben wir wirklich.
Leben findet in den kleinen Augenblicken der Gegenwart statt.
Zukunftsplanung und Nachdenken über bereits Vergangenes sind lediglich Hilfsmittel und Werkzeuge um das Leben in der Gegenwart erst zu ermöglichen.
Gute Werkzeuge – keine Frage – aber eben dazu da um die Gegenwart zu dem zu machen was sie wirklich sein möchte:
Ein Raum um zu Leben.

Leben findet nur hier statt.

Atme ein und wisse, dass genau das hier dein Leben ist.
Dieser Augenblick, dieser Moment er gehört dir.
Herzlichen Glückwunsch zu deinem Leben.


Hinweis: Dieser Beitrag ist eine exklusive Veröffentlichung der Montagsmail vom 30. Dezember 2013. Die Montagsmail ist die kostenlose wöchentliche Mail von Andreas Rilinger (Monkey) mit über 140 Lesern. Hier kostenlos anmelden

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