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Poetry

Winterlandschaft

Weiße Flocken tanzen der Erde entgegen, die Kälte dringt durch unsere Jacken und Mäntel, während sich hinter uns Fußstapfen im Schnee bilden.

Wir sind erfreut über so viel Weiß. Die Welt wirkt so aufgeräumt und sauber. Nicht auszudenken wie es wäre, irgendwo zu leben, wo es nie schneit.

Natürlich stellt der Schnee auch Herausforderungen an den autofahrenden Menschen. Die Ursache für die vielen Unfälle bei Schneeaufkommen ist allerdings wohl, dass es hier viel zu selten schneit. Ein scheinbares Paradoxon. Mangelnde Erfahrung im Umgang mit dem weißen Pulver sind die Folge. Deshalb wird manch Autofahrer auch erkannt haben, der mit den „falschen Socken“ unterwegs war: „Ein Reifen macht noch keinen Sommer.“

Doch fernab der Straße vergessen wir all das. Weiße Flächen breiten sich vor unseren Füßen aus. Wir atmen die frische Luft des Winters ein. Zusammen hüpfen wir durch die Winterlandschaft und vergessen für einige Augenblicke, wie sehr wir uns auf den Sommer freuen.

Zuerst veröffentlich in der Montagsmail

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Poetry

Landschaftsmalerei

Die Linsen in meiner Kamera saugen die Photonen ein.

Die Landschaft lächelt.

Langsam aber sicher malt sich ein Bild auf den Chip.

Es dauert nur wenige Bruchteile einer Sekunde.

Dann ist das Bild im digitalen Speicherblock angekommen.

Reine Mathematik findet dort statt.

Wie alles was mit Computern zu tun hat.

Und so arbeiten neben den Photonen unzählige Elektronen daran, das Bild fertig zu malen.

Es verbreitet und kopiert sich 1000-Fach und ist in Sekunden auf allen Seiten der Erde verfügbar.

Es ist fast magisch.

„Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“ – 3. Clarkesches Gesetz

Ich erkenne den Fortschritt und staune, aber ich weiß:

Das ist erst der Anfang.

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Poetry

Der Windstoß

Ihre Haare flatterten im Wind,

ein Orkan schien sich durch ihre Mähne zu wühlen,
doch sie hielt ihm stand.

Der Hut war längst auf und davon,
hätte sie denn einen getragen.

Sie warf den Kopf zurück mit einem Lächeln.
Ihre Haare legten sich wieder auf ihre Schultern,
schmiegten sich an sie,
so als ob nichts gewesen wäre.

Und doch gab es ihn, diesen Moment.
Dieser Moment in dem die Haare zu fliegen schienen.
Dieser Moment würde es in die Montagsmail schaffen.
Ja, das würde er.

Er wusste es nur noch nicht.


Zuerst veröffentlich in der Montagsmail vom  6. Oktober 2014

Foto: Monkey of Hope / Lady mit den fliegenden Haaren: Eva S.

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Grashalmzählen – Poetry

Diesen Gedichtentwurf habe ich als Vorbereitung für einen Kleinkunstabend so ziemlich genau vor einem Jahr auf mein iPhone freestyle aufgesprochen und jetzt wiederentdeckt.

Viel Spaß beim hören. :-)

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Snowtime

Schnee. Wir warteten sehr lange auf den Schnee und plötzlich ist er da. Die weißen Flocken tanzen um mich herum. Mit durchgefrorenen Fingern und durchnässt radel ich den Berg hoch, ich steige ab, mir ist warm. Ich spüre die sanften Flocken auf mich niederfallen. Eben war es noch Regen, jetzt ist es Schnee.

Ich genieße es. Nichts bleibt liegen. Es ist nicht glatt. Ich komme an.

Die heiße Dusche wartet auf mich. Wärme umfließt mich, macht mich wiederholt an diesem Tag glücklich.

Wasser ist so vielfältig – denke ich mir, während ich mir ein Glas von der Leitung zapfe.


Dieser Beitrag erschien zuerst in der Montagsmail.

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Sein Schatten ruht über der Stadt

Sein Schatten ruht über der Stadt.
Sie liegt ihm zu Füßen.
Er ist kein Fürst oder König mit Macht.
Er steht einfach dort und genießt die Aussicht.
Er ist wie wir.
Einer von uns.
Manche dachten er sei wie Spiderman,
der ihn sicher gerne als Bruder hätte.

Sein Schatten ruht über der Stadt,
festgehalten in einer Fotografie,
doch es hat ihn längst weiter getrieben.
Er reiste um den halben Erdball um ihn weiter zu umkreisen,
Er schwamm mit Haien und ritt auf Straußen,
Kitete mit den Weltmeistern am Kap der guten Hoffnung
und lernte unglaubliche Menschen kennen.

Doch das war erst der Anfang.
Er ist noch immer unterwegs
und erlebt Abenteuer in fernen Ländern.
Er ist einer der wichtigsten Menschen in diesem Universum,
denn er ist mein Bruder.

Dein Schatten ruhe über vielen Städten und Ländern.
Bereise den Planeten unserer Geburt, mein bester Freund
und komme zurück mit Taschen voll Gold.


Ursprünglich in der Montagsmail vom 06. Januar 2014 veröffentlicht und aufgrund des positiven Feedbacks hier erneut veröffentlicht.

Foto: Aussicht vom Neroberg in Wiesbaden über die Stadt,  M0nkey of Hope 2013
Im Bild: Matthias Rilinger

 

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Neues Entsteht.

Das neue Jahr startet bald,
und ich weiß es wartet kalt
uns um Mitternacht zu begrüßen,
die Zeit liegt uns zu Füßen
in solchen Momenten der Revolution,
dabei kennen wir es doch schon:
Das Alte stirbt und Neues entsteht.
Und das passiert weil Zeit vergeht.

Die Zukunft wartet auf uns.
Wir schreiten ihr entgegen.
Bewegen uns durch Raum und Zeit.
Und die Zeit treibt uns immerzu vorwärts,
unaufhaltsam.

Gedanken an längst Vergangenes
und Pläne für die Zukunft
durchwanden unseren Geist
und doch leben wir nur in der Gegenwart.
Alles Andere gleicht einer Illusion.
Wir erleben es nicht! Nicht jetzt.
Nur was wir jetzt erleben, erleben wir wirklich.
Leben findet in den kleinen Augenblicken der Gegenwart statt.
Zukunftsplanung und Nachdenken über bereits Vergangenes sind lediglich Hilfsmittel und Werkzeuge um das Leben in der Gegenwart erst zu ermöglichen.
Gute Werkzeuge – keine Frage – aber eben dazu da um die Gegenwart zu dem zu machen was sie wirklich sein möchte:
Ein Raum um zu Leben.

Leben findet nur hier statt.

Atme ein und wisse, dass genau das hier dein Leben ist.
Dieser Augenblick, dieser Moment er gehört dir.
Herzlichen Glückwunsch zu deinem Leben.


Hinweis: Dieser Beitrag ist eine exklusive Veröffentlichung der Montagsmail vom 30. Dezember 2013. Die Montagsmail ist die kostenlose wöchentliche Mail von Andreas Rilinger (Monkey) mit über 140 Lesern. Hier kostenlos anmelden