Landschaftsmalerei

Die Linsen in meiner Kamera saugen die Photonen ein.

Die Landschaft lächelt.

Langsam aber sicher malt sich ein Bild auf den Chip.

Es dauert nur wenige Bruchteile einer Sekunde.

Dann ist das Bild im digitalen Speicherblock angekommen.

Reine Mathematik findet dort statt.

Wie alles was mit Computern zu tun hat.

Und so arbeiten neben den Photonen unzählige Elektronen daran, das Bild fertig zu malen.

Es verbreitet und kopiert sich 1000-Fach und ist in Sekunden auf allen Seiten der Erde verfügbar.

Es ist fast magisch.

„Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“ – 3. Clarkesches Gesetz

Ich erkenne den Fortschritt und staune, aber ich weiß:

Das ist erst der Anfang.

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Der Windstoß

Ihre Haare flatterten im Wind,

ein Orkan schien sich durch ihre Mähne zu wühlen,
doch sie hielt ihm stand.

Der Hut war längst auf und davon,
hätte sie denn einen getragen.

Sie warf den Kopf zurück mit einem Lächeln.
Ihre Haare legten sich wieder auf ihre Schultern,
schmiegten sich an sie,
so als ob nichts gewesen wäre.

Und doch gab es ihn, diesen Moment.
Dieser Moment in dem die Haare zu fliegen schienen.
Dieser Moment würde es in die Montagsmail schaffen.
Ja, das würde er.

Er wusste es nur noch nicht.


Zuerst veröffentlich in der Montagsmail vom  6. Oktober 2014

Foto: Monkey of Hope / Lady mit den fliegenden Haaren: Eva S.

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