Ich explodiere – Social Network Overload

Ja, ich fühle es. Es kommt von Innen. Dieser Konsum, dieser Informationsüberfluss. Diese verschiedenen Gedanken die einströmen von Büchern, Blogs, Websites, Filmen, Facebook, Twitter, Google+. Gerade die sozialen Netzwerke sind es, die mir den letzten Nerv rauben.

Dieses geposte nervt manchmal einfach. Diese ganzen sinnlosen Postings und irgendwie lese ich sie dann doch ab und an. Dabei liebe ich Facebook dafür, dass man manchmal schnell eine Antwort bekommt und leicht in Kontakt mit Freunden und Bekannten treten kann. Aber dieses Postings… es macht einen verrückt. Besonders dann, wenn man selbst nichts schreibt. Zuletzt habe ich getwittert:


Das fasst es so ziemlich gut zusammen. Ich denke nach, was ich schreiben will und schreibe dann nichts. Warum? Vielleicht einfach weil ich diese ganzen sinnlosen Postings nicht mehr leiden kann. Sie verschwenden meine Zeit.

Ich bin auf der Suche nach tieferen Gedanken und wichtigeren Themen als die oft geposteten belanglosen YouTube Videos oder langweiligen Status-Updates. Wo bleiben die tiefsinnigen Gedanken über das Leben, den Tod oder Gott und die Welt?

Irgendwie scheint sich diese Gesellschaft nur um Unterhaltung und Ablenkung zu drehen. Das ist schöner Zeitvertreib, aber in der persönlichen Kommunikation brauche ich mehr Power. Zum Glück gibts ja noch reale Gespräche mit philosophisch, psychologisch, reflektiert denkenden Freunden. Ich liebe diese Gespräche, doch warum wird so wenig auf Facebook philosophiert? Was ist los? Habe ich zu viele langweile 08/15 Konsum-Freude? Oder will sich in der Öffentlichkeit einfach keiner über die alltäglichen und wichtigen Dinge Gedanken machen?

Vielleicht sind wir auch alle nur langweilig geworden. Das lässt sich ändern. Ich habe kein Bock mehr auf diesen Konsum. Jetzt blogge ich gerade und lass meine Gedanken einfach raus. Ich möchte durchs Internet laufen und sagen: Leute, schaltet euer Gehirn an. Aber das sollte man auch ohne Internet, denn hier offenbart sich doch nur wie es in der Realität in den Köpfen der Menschen tatsächlich aussieht.

Ich mache dir Mut: Lass es raus. Philosophiere, Schreibe und Denke. Lass dich nicht von irgendwelchen sinnlosen Videos in den Bann ziehen, die man auf der Hauptseite von YouTube sowieso findet und erzähle mir nichts über dein Auto und wo du wieder essen warst. Das interessiert mich nicht.
Mich interessiert, was du denkst, wo der Sinn in deinem Leben liegt und was du tust, was dich definiert. Mich interessiert, was deine Vision für die Zukunft der Menschheit ist und welche Rolle du spielen willst in einer Zukunft die durch dich und mich beeinflussbar ist.

5 Antworten

  1. iwa sagt:

    Du bringst es auf den Punkt. Das Problem was die „Nicht- Poster“ und die „Sinnlos-Poster“ haben, ist, dass sie Angst vor Kritik haben. Wenn du deine Gedanken öffentlich äußerst, dann gibt es immer Leute, die nicht deiner Meinung sind, aber davor haben viele Leute Angst. Öffentlich kritisiert zu werden, ja ich glaube das ist nicht immer ganz angenehm und man sollte natürlich aufpassen, aber es gibt ja auch eine Option die Dinge zu löschen. Meistens zeigen die Menschen nur wie sie sein möchten, nicht was sie sind. Sie bewahren sich eine äußerliche Schutzhülle zugeklebt mit Oberflächlichkeit. Das ist allgemein ein Problem und auch außerhalb dieser Medien zu beobachten. Aber hier wird es deutlich. Dann kommt noch die Kritik hinzu, wenn du aktiv bist in den Social Medien, es gibt noch ein Leben ausserhalb usw.….. es gibt so viele Punkte die immer wieder kritisiert werden von der Allgemeinheit, Gegnern und Leuten die sich nicht auskennen. Aber wichtig ist, dass man sich keine Scheinwelt aufbaut, sondern zeigt, wer man wirklich ist. Danke für diesen Text! Ich mag ihn sehr…….

  2. monkey sagt:

    Yes, es scheint wirklich die Angst zu sein. Vielleicht auch die Angst nichts Sinnvolles schreiben zu können, weshalb man irgend einen Müll postet. Wenn das dann jemand kritisiert, ist es ja egal, weil der „Müll“ ja nicht von dir selbst stammt oder dir sowieso total egal ist. Du willst einfach nur Aufmerksamkeit. Das ist an sich ja nichts Schlechtes. Geil ist halt, wenn das was man tut andere in irgendeiner Form inspirieren kann, am meisten einen selbst. Aber auch das könnte ein Kriterium sein nichts zu posten, weil man vielleicht Angst hat nicht gut genug zu sein. Und dann nervt es einen natürlich, wenn man den ganzen Müll liest. Man produziert also selbst Müll oder man geht dazu über seinen eigenen Style zu entwickeln und sich von der Masse abzuheben, indem man man selbst ist. Es gibt diese Facebookfreunde, wo ich jedes mal denke: Wow, Typisch für ihn. Und ich liebe sie.

  3. Anonym sagt:

    „Vielleicht einfach weil ich diese ganzen sinnlosen Postings nicht mehr leiden kann.“
    You’re so right about that!
    Btw one would rather say „Posts“ than „Postings“. ;D
    Just doesn’t sound right, even in gut olt Tschörman!

  4. monkey sagt:

    I prefer „Postings“ over „Posts“. „Statusupdates“ would be also an Option.
    Wikipedia likes Postings : http://de.wikipedia.org/wiki/Posting

  1. Dienstag, 15. Januar 2013

    […] habe ich über das Thema Soziale Netzwerke und das es manchmal zuviel ist – gebloggt: “Ich explodiere – Social Network overload“) wird, aber warum nicht? Warum nicht darüber nachdenken. Dieser Blogbeitrag soll einfach […]

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